So endlich habe ich mich mal zusammen gerissen und einmal Produktfotos für das DiCAPac WP-S10 zu machen. Hier möchte ich jetzt wie in der Einführung angekündigt ein wenig zu meinen Erfahrungen mit diesem Wasserdichten Beutel für Spiegelreflexkameras schreiben.

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Die Kamera wird in den Beutel eingeschoben. danach wird ein “Zipverschluß” geschlossen um den ersten Schutz vor Wasser zu bieten.

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Ist der Verschluss ordnungsgemäß zugezogen worden wird der obere Teil des Beutels zusammengerollt bis der Klettverschluss an dieser Rolle gegen die am Beutel befestigte Lasche stößt. Der Klettverschluss wird möglichst sauber zugedrückt.

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Jetzt wird noch der Hauptklettverschluss geschlossen und der Beutel ist fertig für den Schnorchel/Tauchgang (allerdings nur bis maximal 5 Meter Wassertiefe)

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Man sollte allerdings auch darauf achten, dass die Frontlinse dicht verschraubt ist.

Aber nun zum Handling:

Wer schon einmal eine Kamera mit Handschuhen bedient hat kann sich vorstellen wie viel schwieriger dies unter einer Plane aus zähem Material ist. Die Steuerelemente an der Oberseite (Programmwahlrad, Ein/Ausschalter,…) sind von aussen so gut wie gar nicht zu bedienen. Die Rückseite der Kamere ist zum Großteil durch eine klare Folie sichtbar. Aber hier gezielt Tasten zu drücken ist etwas schwierig.

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An Land kann man allerdings schon die wichtigsten Funktionen erreichen. Die Grundeinstellungen der Kamera (ISO, Programmwahl, Zeit/Blende, …) sollten also an Land vorgenommen werden.

Zur Bedienung des Auslösers ist an der Seite des Beutels ein Fingereinlass vorhanden. Dieser bietet die Möglichkeit das Wahlrad am Auslöser und den Auslöser zu erreichen. Auch der “Schlauch” in dem das Objektiv Platz findet hat zwei solche Eingriffe.

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Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten. Zum einen ist aus meiner Sicht manuelles Fokussieren unter Wasser unmöglich. Zum anderen ist, um zoomen zu können, ein Objektiv notwendig, dass die Baulänge nicht verändert. Auch beim Fokussieren darf das Objektiv die Länge nicht ändern. Dadurch wird die Objektivauswahl geringer. Ausserdem ist zu beachten, dass unter Wasser durch unterschiedliche Brechungsindizes ein Lupeneffekt eintritt. Daher ist zu empfehlen eine geringe Brennweite zu wählen.

Aber nun zum Verhalten des Beutels im Wasser:

Taucht man nun mit dem Beutel ins Wasser drückt der Wasserdruck schon bei leichtem eintauchen die Frontlinse des Beutels gegen das Objektiv (deswegen keine Längenänderung bei Zoom oder Fokus möglich).

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Aber wie arbeitet man nun mit solch einem Beutel? Ich will nicht verschweigen, dass es mühsam ist zu gewünschten Ergebnissen zu kommen. Die Schwierigkeiten fangen schon an, wenn man eine Kamera ohne Liveview besitzt (oder die Lichtverhältnisse kein ablesen des Displays zulassen). Da ich mit einer Canon 350D unterwegs bin trifft ersteres auf mich zu. Ich muss also durch den Sucher sehen um zu kontrollieren was ich fotografiere. Und dabei tauchen direkt diverse Schwierigkeiten auf. Mit der Unterkante des Beutels drückt man sich den Schnorchel halb aus dem Mund (eventuell ohne Batteriegriff besser). Dazu kommt noch, dass der Abstand zwischen Auge und Sucher durch die Maske recht groß ist. Das führt dazu, dass nicht der komplette Sucher mit dem Auge zu erfassen ist. Eine Ausschnittsauswahl ist somit nicht wirklich möglich. Dadurch, dass die Kamera einen ziemlich dunklen Sucher besitzt ist auch das genaue Fokussieren schwierig. Dies wird noch schwieriger wenn zwischen Auge und Kamera Licht seitlich in die eintritt. Das wirkt alles ganz so als sei fotografieren nicht möglich. Das ist allerdings falsch. Diese Nachteile haben einfach zur Folge, dass man erst ein paar Erfahrungen sammeln muss. Dazu gehört in welche Richtung ich ohne Streulicht fotografieren kann. Ausserdem merkt man nach den ersten Versuchen wie viel des Sucherbildes im Blickfeld fehlt. Mit Zeit, Geduld und etwas Übung kann man zumindest einige nette Schnappschüsse machen.

Fazit:

Für mich ist dieser Beutel die Möglichkeit in einem Bereich den ich wenn überhaupt einmal im Jahr bearbeite einige nette Urlaubserinnerungen mit nach Hause zu bringen. Und dafür lohnt sich der Aufwand. Die Vorstellung aus dem Urlaub in Ägypten wiederzukommen und kein Foto der herrlichen Unterwasserwelt zu haben ist nicht gerade angenehm. Ich habe also in Ägypten massig Ausschuss produziert aber einige nette Erinnerungen sind dabei herum gekommen. Und dafür hat sich die Anschaffung allemal gelohnt!